Die diesjährigen Landesbesten stehen fest

„Die geschickteste Art, einen Konkurrenten zu besiegen, ist, ihn in dem zu bewundern, worin er besser ist.“ Wer sich diese Worte des österreichischen Autoren Peter Altenberg (1859-1919) bereits zu Herzen genommen hat, konnte am letzten Samstag brillieren.

Über 150 Starterinnen und Starter aus ca. 30 Sportvereinen aus ganz Thüringen fanden am 14. September 2019 ihren Weg an das Saaleknie. Der SV 1883 Schwarza richtete zum wiederholten Mal die Landeseinzelmeisterschaften im Judo der unter 13-Jährigen für den Thüringer Judoverband (TJV) aus.

Zur Eröffnung anwesend war auch der 2. Vorsitzende des Vereins, Jens Hennersdorf, und zeichnete die Schwarzaer Judokas David Keller, Elke Limmer und Jens Ohlwein mit der Ehrennadel in Bronze sowie Yvonne Schwarz und Jessica Voigt mit einer Dankesurkunde für ihre ehrenamtlichen Verdienste aus.

Zu den sportlichen Leistungen der Schwarzer Athleten äußerte sich der verantwortliche Trainer Matthias Herlitze wie folgt: „Nach langer und intensiver Trainings- und Wettkampfvorbereitung sind sechs Schwarzaer ‚Black Tigers‘ an den Start gegangen. In zahlreichen Einheiten schwitzten sie bei tropischen Temperaturen und trainierten mit eiserner Disziplin, z. B. beim Magdeburger Grand Slam mit Judokas aus Berlin und Hamburg. Das sollte sich nun auszahlen.

Maxim Konkin, Aaron Dathe und Kevin Maurer gingen in der Gewichtsklasse bis 50kg zuerst an den Start. Maxim gewann seine ersten beiden Kämpfe souverän und zog ins Halbfinale ein. Dort verlor er gegen den späteren Landesmeister Ole Lange aus Gera. Im Kampf um Platz Drei traf er mit Fabrice Scheufler (Kodokan Erfurt) auf einen alten Bekannten. In einem scharf umkämpften Duell ging Maxim mit einem Fußfeger in Führung und verteidigte diese eisern. Leider geriet er kurz vor Schluss durch eine Unachtsamkeit in Bedrängnis und Scheufler konnte den Kampf noch zu seinen Gunsten entscheiden. Am Ende stand trotz starker Kämpfe der undankbare 5. Platz. Kevin startete furios in das Turnier. Mit einem blitzsauberen Uchi-Mata ließ er seinem Gegner keine Chance und zog in die nächste Runde ein. Auch im zweiten Kampf konnte er seinen Gegner auf Punkt mit Uchi-Mata werfen. Leider wurde er wegen ‚Diving‘ disqualifiziert, da er zuerst mit dem Kopf in die Matte ‚tauchte‘. Zum Eigenschutz der Kämpfer ist dies verboten und führt zum Turnierausschluss, da hier schwerwiegende Verletzungen entstehen können. Damit war für Kevin an diesem Tag Schluss. Kopf hoch, das passiert auch den Besten mal! Aaron kämpfte als Dritter im Bunde. Mit Schulterwürfen und Festhalten zog er bärenstark mit drei Siegen ins Finale ein. Dort musste er sich, wie auch schon Maxim, dem stärkeren Lange geschlagen geben. Somit ein hervorragender zweiter Platz für Aaron und die erste Medaille für Schwarza.

Als einzige weibliche Kämpferin startete Tabata Hertel in der Gewichtsklasse bis 44kg. Nach langer Auszeit kam Tabata stärker und gefestigter zurück und stieg wie der Phönix aus der Asche. Mit drei souveränen Siegen auf vollem Punkt konnte sie am Ende die mehr als verdiente Bronzemedaille in Empfang nehmen. Noch viel wichtiger als die Medaille aber ist ihr persönlicher Sieg über ihre Angst. Mit viel Geduld und Disziplin ist alles möglich.

Parallel zu ihr fightete Julian Schreiber in der Gewichtsklasse bis 37kg um den Titel. Mit zwei gut herausgearbeiteten Armhebeln ließ er seinen ersten beiden Gegner keine Chance und zog ins Finale ein. Dort traf er auf Farell Schatzler (KSC Erfurt). In einem spannenden Duell kontrollierte er den Kampf über die komplette Kampfzeit, konnte aber keine Wertung erzielen. Am Ende wurde sein Gegner wegen mehrerer Strafen durch Inaktivität disqualifiziert. Somit ist der diesjährige Thüringer Meistertitel Julians.

Den Schlusspunkt setzte in der Gewichtsklasse bis 55kg Jonas Kreuder. Nach langem Warten griff er ins Wettkampfgeschehen ein und siegte gleich zweimal mit vollem Punkt und zog somit ins Finale ein. Dort musste er sich dem noch stärkeren Nikolaos Vlachoulis aus Greiz geschlagen geben. Wie im Vorjahr gab es damit für Jonas nach einer starken Leistung Silber. In heimischer Halle erkämpfte Schwarza am Ende insgesamt einen Titel und drei weitere Medaillen. Mehr als das hervorragende Ergebnis unserer Sportler beeindruckte uns Trainer aber die enorme positive, persönliche Entwicklung, die sie im letzten Jahr genommen haben. Alle zeichnen sich auch abseits der Judohalle durch ihre sozialen Kompetenzen aus und sind mittlerweile selbst Vorbilder für die nächste Generation von Judokas. Sie leben Judo und das macht uns stolz!“

Schwarza belegte Platz 8 in der inoffiziellen Mannschaftswertung nach olympischem Prinzip. Vor der Siegerehrung nahm Abteilungsleiter Thomas Schauseil außerdem noch eine Ehrung unseres hervorragenden Brat- und Catering-Teams vor, welches es zu allen Uhrzeiten und bei widrigsten Bedingungen immer wieder schafft, sowohl Mitwirkende als auch Kampfrichter und Gäste zufriedenzustellen. Die Mitglieder bekamen eine Dankesurkunde. Außerdem bekam Johannes Limmer die Ehrennadel in Bronze überreicht. Vincent Giller, der abwesend war, soll sie auch noch erhalten.

Insgesamt war der Samstag für den SV 1883 Schwarza und seine Sparte Judo ein äußerst erfolgreicher. Wir danken unseren Sponsoren (EVR, Garten, Gaumen & mehr, Herzgut, Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt, Nestler-Mühle Rudolstadt-Schwarza, RUWO und anderen) und unseren Helfern, die unsere Heimwettkämpfe jedes Jahr aufs Neue immer wieder möglich machen.

Wir werden aller Vorrausicht nach auch im nächsten Jahr wieder als Ausrichter zur Verfügung stehen und dann haben viele, die am Samstag noch nicht zu den Medaillenträgern gezählt haben, ein Jahr Zeit, sich zu überlegen, wie sie ihre Gegner noch besser bewundern können.

15./16.9.2019

Welf K. Schauseil